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Aktivitäten

Der von mir in den letzten Jahren praktizierte Funkbetrieb gestaltete sich aufgrund der Wohnsituation, was die Antennen betrifft, eher behelfsmäßig und im Verborgenen. Auf der anderen Seite haben die in früheren Jahren reichlich zur Verfügung stehenden Außenantennen auf mich keinen besonderen Reiz ausgeübt. Alles funktionierte irgendwie und man war nicht besonders gefordert.

Eigentlich hat mich in dieser Hinsicht schon immer mehr interessiert, etwas auszuprobieren und ans Laufen zu bekommen, was eigentlich nicht geht. Geht nicht gibt es nicht und meine Tante pflegte immer zu sagen: "Kann-ich-nicht und Will-ich-nicht liegen auf dem Friedhof."

Bei den in den letzten Jahren durchgeführten Versuchen in der Betriebsart BPSK, WSJT, neuerdings auch FT8 und insbesondere WSPR mit den unterschiedlichsten Indoor- und Balkonantennen habe ich feststellen können, dass man mit Sendeleistungen < 2 W auf dem richtigen Band zur richtigen Zeit durchaus regelmäßig z.B. in VK oder ZL gehört werden kann. Da war es für mich zum Teil deutlich schwieriger, mit Behelfsantennen die nächste Relaisfunkstelle auf den in meiner Gegend verwaisten Bändern 2 m und 23 cm zu erreichen...

 

Stations-Info-Seite zu meinem Account im WSPRnet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Station DL8YCA 2020

2. Technik

Da ich mich als Funkamateur seit fast 5 Jahrzehnten neben dem Funkbetrieb insbesondere mit dem Aufbau, der Modifikation und Reparatur von Geräten, Antennen und Zubehör beschäftigt habe, haben sich in dieser Zeit im jeweiligen Shack natürlich auch diverse Messmittel, Werkzeuge und Materialien eingefunden.

Angefangen hatte alles zu Beginn der 1970er Jahre mit dem Erwerb eines Multimeters, eines transistorisierten Dipmeters sowie Werkzeugen wie diversen Zangen, Schraubschlüsseln uind Feinlötkolben. Ein HF-Detektor war mit dem Multimeter und einer Diode 1N4148 ebenfalls schnell hergestellt. Mit diesem Minimalbestand habe ich einige Jahre unbekümmert Geräte, Antennen und Zubehör hergestellt, denn zu kaufen gab es noch wenig und wenn, war das für einen Studenten viel zu teuer. Leiterplatten wurden regelmäßig in der elterlichen Küche mit Edding-Stift und Eisen-3-Chlorid hergestellt und mehrfach musste ich meinen Eltern erklären, warum der Wasserkochtopf plötzlich ein Loch hat und warum diese schwarzen Punkte in der Nirosta-Spüle partout nicht mehr zu entfernen sind.

Wenn ich heutzutage gelegentlich eine Epoxy-Platine (natürlich beidseitig kupferkaschiert) anfertige, entwerfe ich neben dem Schaltplan das Layout auf dem PC und drucke es zum Belichten mit dem Laserdrucker auf Klarsichtfolie aus. Geätzt wird mit Ammoniumpersulfat.

Da das Dipmeter oberhalb von 2 m nicht mehr richtig funktioniert, war es irgendwann Zeit für einen weiteren Frequenzmesser in Form eines Lambda/4 Absorptionsfrequenzmessers ("Luftpumpe"). Im HF-Labor habe ich es kalibriert und so jahrelang mit Erfolg  Konverter, Transverter und Transceiver für 70 und 23 cm aufgebaut. Leider ist das gute, auch sehr formschöne Stück bei einem Umzug verloren gegangen.

Die heute allgegenwärtigen digitalen Frequenzähler gab es damals im Grundsatz auch schon, z.T. noch mit Nixieröhren und Grenzfrequenzen unter 100 MHz. Für den Privatgebrauch von den Kosten her aber unerschwinglich. Heute habe ich mehrere Frequenzzähler bis 1500 MHz, darunter einen chinesischen Bausatz, den ich auf den LW-Sender Droitwich synchronisiere und mit dem ich mit einigen Tricksereien auch auf 23 cm auf ca. 10 Hz genau messen kann. Mehr braucht kein Funkamateur.

Voltcraft 1617 Funktionsgenerator und Frequenzzähler sowie Leader Transistor-Dipmeter LDM815

 

Während des Studiums der HF-Technik hatte ich im Labor sehr viele Messungen mit dem schweizer Taschenmesser der HF-Technik, dem Spektrumanalysator durchgeführt. Soweit ich mich erinnere, war es der 8558B von HP bis 1500 MHz. Damals beschloss ich, dass ich mir irgendwann auch so ein Gerät zulegen würde. Wer es nicht selbst erfahren hat, kann nicht den riesigen Unterschied zwischen den bisherigen klimmzugbehafteten und umständlichen Messmethoden und dem eleganten Arbeiten mit einem derartigen Messgerät beurteilen. Anfang der 80er Jahre hatte ich mir zunächst selbst einen Spektrumanalysator gebaut (nein. nicht dieses Schätzeisen mit dem TV-Tuner). Er ging bis ca. 80 MHz und hatte einen 10-stufigen ZF-Verstärker mit BF900 zecks Summation der Stufenströme und erreichte eine Dynamik von ca. 80 dB. Mit einem Premixer konnte er Signale aus verschiedene UKW-Bereichen verarbeiten. Im Zusammenhang mit dem Verlust des Hauses ist auch dieses Gerät leider verloren gegangen.

Das Gerät ist zwar verschnunden, aber es existiert noch dieses Foto. Der selbstgebaute Spektrumanalysator befindet sich links neben dem HAMEG 412 unter dem Röhrenvoltmeter. Das Sweep-Signal wurde dem Oszllografen entnommen, die erste ZF lag bei 200 MHz, der erste Mischer war eim IE500 und im VCO werkelte ein 2N3966 bei 24V. Die Darstelluzng erfolgte auf Kanal 1 des Oszillografen. 1 Kästchen in Y-Richtung war 10dB, in X-Richtung z.B. 1, 5 oder 10 MHz.

2011 habe ich dann auf dem Gebrauchtgerätemarkt für kleines Geld ein HP141T Grundgerät mit den Spektrumanalysator-Einschüben 8555A (bis 18 GHz) und 8553B (bis 110 MHz) nebst IF-Section 8552B erworben und habe seitdem damit viel Freude bei meinen Selbstbauaktionen, die ich heute im Wesentlichen hiermit und mit einem 50-MHz-Oszillografen von HAMEG erledige. HAMEG deshalb, weil die Bauhöhe zum SA passt, die Geräte nebeneinander stehen und man kann oben noch was drauflegen, was bei beengten Platzverhältnissen sehr wichtig ist. Meinen ersten Oszillografen (HAMEG 412 30 MHz 2-Kanal) habe ich übrigens 1979 erworden, er wurde damals von der Deutschen Bundesbahn als Fracht zu meinem Wohnort speditiert und ich musste ihn am Bahnhof gegen Barzahlung abholen.

HP-Spektrumanalyser mit den Einschüben 8555A und 8552B. Daneben ein HAMEG-Speicheroszilloskop HM812-2. Über dem Analyser ein Kenwood R-1000-Empänger und ein COMMTEL VHF/UHF Scanner. Die beiden Weller-Lötkolben über dem Oszillografen sind wohl selbsterklärend. Gesamtgewicht des Arrangements über 40 kg.

 

Zum Messgerätebestand gehören noch mehrere NF-Generatoren, u. a. ein Wobbelgenerator mit dem legendären Exar 2206. Weiterhin sind auch diverse Trafo-Netzteile vorhanden, z.T. variabel bis 40V. Erwähnt seien auch mehrere Dämpfungsglieder (3, 6, 10, 20dB, 50 Ohm-Abschlüsse und eine Dummy Load ca. 100W mit einem Messausgang von -40 dB. Jede Menge PL, BNC- ,F- und N-Adapter gehören auch dazu. Heutzutage bietet es sich im niedrigen und mittleren Leistungsbereich an, in problematischen Bereichen relativ dünne und verlustarme SAT-Kabel mit den sehr preiswerten F-Verbindern und Adaptern tzu verwenden. Die Stoßstellen zwischen 75 und 50 Ohm (Stehwellenverhältnis ca. 1:1,4) kann man getrost vergessen, den Leistungsverlust erst recht.

Wenn man öfters mit koaxialen Leitungen und deren Verbinder zu tun hat, ist es empfehlenswert, sich eine Crimpzange zuzulegen. Diese gibt es mit Einsätzen für verschiedene Steckernormen. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, meine BNC-Stecker nur noch zu crimpen, denn das ist einfacher, schneller und zuverlässiger als die Verwendung der meistens deutlich teureren Lötversionen.

Weiterhin macht man sich als HF-Mensch das Leben leichter mit einem Messgerät für Kapazitätten und Induktivitäten. Man kann z.B. feststellen, ob die Elkos noch "gut" sind, und das Rätselraten um die Bauteilewerte bei nicht vorhandenen oder schlecht lesbaren Audrucken hat ein Ende. Wichtig ist aber, dass das Gerät auch im pf-Bereich brauchbare Werte liefert ebenso wie im µH- Bereich.

Crimpzange und LCR-Messgerät

 

Die Digitaltechnik ist im Amateurfunk ein alter Hut und dort schon seit den 70ern deutlich vertreten. Zunächst verwendete man Logikbausteine aus den Serien TTL, LS-TTL und CMOS. Es gab (und gibt auch heute noch) Gatter, Schmitt-Trigger, Flipflops, Zähler, Multiplexer und so weiter und so fort, kurzum das gesamte Programm. Im Amateurfunk wurden sie gerne für PLLs mit programmierbaren Binär- und Dezimalzählern unter Beteiligung der legendären 4044 und CD4046 verwendet. Bald gab es komplexe PLL-Synthesizer (z.B. MC145106 von Motorola), die Oszillator, progtammierbaren Signalteiler und wählbaren Referenzteiler enthalten.

Irgendwie musste die gesamte Logik und die Frequenzaufbereitung gesteuert werden und dazu boten sich auch damals schon Mikrocontroller an. Heute nimmt man dazu gerne AVR-- oder PIC-Mikrocontroller mit EEPROM, damals waren es meistens Vertreter der Intel-Familien MCS-48 und MCS-51 mit integriertem oder externen EPROM. Oder aber man nahm kurzerhand ein Z80-Prozessorsystem nebst Peripherie auf einer Europakarte und steckte es in das aufzubauende Gerät. So ähnlich verfahre ich heute gerne mit 20€-Mini-PCs unter Linux.

Damals verfügte ich unter CP/M über eine Entwicklungsumgebung mit Editor, (Cross-)Assembler, Linker und Debugger mit Breakpoints.  Heute läuft das bei mir mit den AVR-Microcontrollern unter Windows ab, mit denen ich z.B. einen DDS-Baustein für einen SDR-Empfänger ansteuere.  In diesem Zusammenhang fällt mir eines meiner Projekte aus den frühen 90ern ein. Mit LS-TTL-Bausteinen hatte ich mir einen DDS-VFO aufgebaut für ein 23cm-FM-Funkgerät und dieses mit einem 8039-Mcrocontroller gesteuert. Die Programmierung hatte ich auf einem Elzet-Z80-System vorgenommen und mir den benötigten Cross-Assembler "mal eben" selbst geschrieben. Das Funkgerät hat jahrelang funktioniert und um die Nebenwellen habe ich mir keine Gedanken gemacht, denn auf 23cm war damals wie heute fast nichts los und niemand fühlte sich gestört.

Obwohl es damals für die Entwicklungssysteme durchaus schon Hochsprachen-Compiler (z.B für Basic, C, Fortran) gab, habe ich diese privat wie beruflich bei Microcontrollern kaum eingesetzt, denn dafür war der Programm-Speicherplatz in der Regel einfach zu knapp und der Code im Vergleich mit Assembler viel  zu ineffizient. Ich war es gewohnt, beim Programmieren um jedes Byte zu kämpfen und den Code entsprechend zu optimieren. Nur, wenn es unbedingt sein musste, habe ich ab und zu epromfähigen,  also nicht sich selbst modifizierenden  Code einer C-Subroutine ins Assemblerprogramm eingefügt.

 

Kleiner Sreifzug durch die Digitalgeschichte, von links oben nach rechts untren: 74LS02 Gatter, 74HCT4046 PLL-IC, 145106 Synthesizer, 27C256-EPROM (für TS790), M374204 (8039) Microcontroller, 8008 CPU, Z80A-CPU. Z80-Mikroprozessorsystem auf Europakarte (1990), daneben Atmel ATMega-Board mit ATMega 2560 (2018), ATMega 48 PA-PU im DIL Gehäuse, darunter DDS-Generator bis ca. 60 MHz mit AD9850.

Für diese ganzen Spielereien mit historischen und aktuellen Microcontrollern sowie programmierbaren Speichern benötigt man ein Programmiergerät., von einer ggf. möglichen On-Board-Programmierung mal abgesehen. Meines hat einen DIL40-Textool-Sockel und jede Menge Adapter für alle möglichen Sockel wie z.B. PLCC. Das Gerät wird unter Windows über einen USB-Anschluss betrieben und kann alle nur möglichen programmierbaren Beuteile bearbeiten, d.h. auslesen, Daten speichern, Daten aus Datei lesen und den Baustein programmieren. Da ich gelegentlich auch noch mit EPROMS zu tun habe, gibt es noch ein UV-Löschgerät mit Timer. Da wir gerade von EPROMS reden: Ich habe es in den letzten 40 Jahren noch nie erlebt, dass ein korrekt programmiertes  und ordnungsgemäß betriebenes Eprom seinen Inhalt verloren oder geändert hat.

 

 

Erste Büroanwendungen auf Basis der Mikroprozessorsysteme entstanden Ende der 70er z.B. als Wordstar unter CP/M. In den 80ern gab es darauf aufbauend Büro-PCs mit dem 8088- und 8086-Prozessor unter PC-DOS, MS-DOS und später unter Windows. Für den Normalverbraucher und auch für die Funkamateure waren diese PCs zunächst unerschwinglich. Aber irgendwann zogen sie auch in die Shacks der Funkamateure ein, meistens im Zsammrnhang mit ddem sich verbreitenden Zugang zum Internet. Heute sind PCs und das Internet aus dem Bereich des Amateurfunks nicht mehr wegzudenken. Es gibt jede Menge amateurfunkbezogener Software und viele der neuen Betriebsarten funktionieren einfach nicht ohne Internet und PC. Aber ein gelegentlicher Ausfall des Internets erinnert uns daran, wie abhängig wir von diesem System geworden sind und wie schnell es auch für längere Zeit damit vorbei sein kann, wenn unbeeinflussbare Naturereignisse oder böswillige Eingriffe das Netz zusammenbrechen lassen. Dann gehören wahrscheinlich die Funkamateure zu den Wenigen, die noch in der Lage sind. mit den klassischen Betriebsarten eine weltweite Kommunikation aufrecht zu erhalten.

 

 

 

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1. Funkbetrieb

Im Verlauf meiner nunmehr fast ein halbes Jahrhundert andauernden, unterbrechungsfreien Beschäftigung mit dem amateurfunkmäßigen Funkbetrieb haben sich eine Menge Geräte angesammelt. Auch die Materialbestände, die heute ausreichen würden, einen oder mehrere klaassische Amnateurfunktransceiver aufzubauen, haben im Laufe der Zeit stetig zugenommen. Diese Situation wird für Personen wie mich, die ein altes, aber noch funktionsfähiges Gerät oder Bauteil nicht veräuzßern oder entsorgen wollen/können, irgendwann zu einem Platzproblem,  und so geht es im Shack recht beengt zu. Zwischenzeitlich sah ich mich genötigt, mich mehr oder weniger unauffälig auch im Hauswirtschaftsreum oder im Gartenhaus auszubreiten. Fast neidvoll erinnere ich mich gelegentlich daran, zu Zeiten meines Studiums doch tatsächlich mit zwei Regalbrettern für den Amateurfunkbedarf ausgekommen zu sein.

Trotz unzureichender Möglichkeiten, geeignete Amateurfunkantennen zu errichten, istv es mir im Lauge der Jahrzehnte gelungen, auf allen Amateurfunkbändern im Bereich von 472 kHz bis 1299 MHz qrv zu werden. 136 kHz geht zur Not auch noch, allerdings reicht der miserable Wirkungsgrad der Ahtenne in diesem Bereich nur für wenige km. Verwendet werden ein modifizierter ICOM IC-735 (472 kHz) oder ein Flex-1500 mit Transverter und PA (136 und 472 kHz). Die Ausgangsleistung beträgt in beiden Fällen ca 40W an einer Magnetic Loop über 2 Räume. Die Reichweite auf 630 m ist bescheiden, aber man ist dabei.
Auf den Kurzwellenbändern arbeitet die vorgenannte Magnetic Loop eher als elektrische Schleifenantenne und lässt dich mit einem normalen Tuner problemlos abstimmen. Im Hauswirtschaftsraum gibt es derzeit noch weitere MAGLOOPs für 17m, 30m und 80m bestehend aus RG213 und alten Radiodrekos, die überwiegend dezentral für WSPR verwendet werden. Im Garten (JO31ON) habe ich vor kurzem einen Draht mit einer Länge von ca. 15 m vom Gartenhaus zum Kirschbaum gespannt und mache damit z.Zt. WSPR und FT8 auf 60 m.

Auf dem Balkon befindet sich in einem 40er Abwasserrohr auch noch eine E-Feld-Antenne mit einem FET-Sensor, welche mit dem Shack über ein TV-kabel verbunden ist und bis ca. 15 MHz funktioniert. Damit kann ich z.B. meinen Frequenzzähler mit Droitwich auf 198 kHz synchroniesieren oder auch den allabendlichen Runden auf 80m in guter Qualität mit einem Kenwood R-1000-Empfänger zuhören.

Für den Kurzwellenbereich stehen aansonsten ein ICOM IC-735, ein Yaesu FT 757 GX, ein CRT SS9900 (10m-12m), ein Kenwood TS50S und für QRP bis 6m ein Flex-1500 für die Phonie-Betriebsarten zur Verfügung. Die Geräte werden z.T. am /p-Standort in JO31ON betrieben.

Für WSPR auf Kurzwelle habe ich seinerzeit mehrere Einband-SSB-Transceiver auf einer Europakarte im Weißblechgehäuse aufgebaut, diir zeitweise am /p-Standort oder im Hauswirtschaftsraum mit entsprechenden Mini-PCs oder Laptops unter Debian 10 betrieben werden. Ein Yaesu FT817ND  kümmert sich zusammen mit einem Linux-Notebook ebenfalls von Zeit zu Zeit um diesen Job.

Für die aktuelle digitale Betriebsart FT8 im Bereich 160m - 15 m  verwende ich zurzeit ein ICOM-M700TY Seefunktelefon mit max. 150 W. Dieses Gerät beeindruckt mich immer wieder. Es kennt keine Befindlichkeiten und hat keine überflüassigen Knöpfe, Regler und sonstige Spielereien. Es macht einfach nur unauffällig seinen Job, ohne Antenne geht es auch nicht sofort kaputt (wie seinerzeit mit lautem Knall mein FT747l). Genau so stelle ich mir ein sicherheisrelevantes professionelles Gerät vor.

Für den UKW-Bereich stehen auf dem Balkon eine 3-Band-Vertikal-Rundstrahlantenne für 2m/70cm/23cm und eine 8-Element-Vertikal-Yagi Richtung Westen auf die ca. 5 km entfernte 23cm-Relaisfunkstelle DB0BS in der Innenstadt von Bochum. Dorthin besteht keine Sichtverbindung, es liegen hohe Bäume und eine Hügelkette dazwischen. Trotzdem funktioniert es auf 23cm rauschfrei mit ca. 5 Watt Sendeleistung.

Im Shack gibt es die 3-Band-Rundastrahl-Antenne noch einmal. Sie wird vorübergehend für 2m/70cm D-Star über die Relais in Bochum und Dortmund benutzt und soll demnächst neben dem Wetterhahn auf dem Gartenhaus in JO31ON  plaziert werden. Weiterhin befinden sich in der obersten Regalebene noch 2 Yagi-Vertikal-Antennen für 70 cm, die eine (5-Element) ausgerichtet auf den Arnsberger Wald (DBoQH) auch für C4/FM und die andere (7-Element) in südöstlicher Richtung, um über Reflektionen alle möglichen umliegenden DMR-Relais arbeiten zu können. Schließlich gibt es noch auf der Stereoanlage eine 2m-Quad und im Hauswirtschaftraum eine 2m/70cm Quad sowie eine 23cm-Vierfach-Doppelquad am Fenster für Experimente in nördliche Richtung (z.B. Kreise RE und COE).

Auf VHF/UHF hat mich von den digitalen Betriebsarten zunächst DMR besonders interessiert. An Geräten hatte ich mir  das Handfunkgerät DP3600 und das Mobilfunkgerät DM1400 von Motorola zugelegt. Aber es zeigte sich für mich an vielen Kleinigkeiten sehr bald ab, dass DMR im Allgeneinen und die seinerzeit ausschließlich verfügbaren Betriebsfunkgeräte im Besonderen für den Einsatz im Amateurfunk nur bedingt geeignet sind. Nimmt man es noch hin, dass beim Einschalten des Handfunkgerätes zunächst jedes Mal fummelig mit einem Drehregler die bei DMR so kritische NF-Lautstärke eingestellt werden muss, treiben einen die häufigen drastischen Pegelunterschiede zwischen den einzelnen Funkdurchgängen fast in den Wahnsinn. Man sitzt gemütlich an der Station und lauscht einem vielleicht noch leisen Sprachdurchgang, um im Anschluss daran durch eine brüllend laute Station zu Tode erschreckt fast vom Stuhl zu fallen. Augenscheinlich hat man es nicht für notwendig befunden, auf Relaisfunkstellen-Ebene ein Decoding, Leveling und erneutes Encoding des eingehenden Signals vorzunehmen. Im kommerziellen Funk braucht man das auch nicht, denn da fummeln keine Autodidakten an der Software und den Geräteeinstellungen herum, sondern geschulte Servicetechniker nehmen die notwendigen Einstellarbeiten für den Endkunden vor und die Sache ist ein für allemal korrekt erledigt. In meiner Verärgerung  hatte ich versucht, nachträglich einen softwareseitig zu implementierenden Leveler zu erwerben, aber entweder war er nicht verfügbar oder nur zu einem horrenden Preis. Somit hat sich für mich das Thema DMR weitgehend erledigt und die Geräte bleiben meistens ausgeschaltet. Sollte ich mir jemals ein neues DMR-Gerät zulegen, dann mit Sicherheit kein Betriebsfunkgerät.

Für den D-Star-Bereich werkelt im Shack ein ICOM-ID880 auf 2m und 70 cm herum, überwiegend auf den Frequenzen von DB0BS. Das Gerät hat eine Macke und sperrt aus unerfindlichen Gründen eine Zeitlang gelegentlich die PTT-Taste. Herausbekommen habe ich lediglich, dass es sich nicht um einen thermisch bedingten Effekt handelt. Wenn die D-Star-Geräte nicht so vergleichsweise überteuert auch im gebrauchten Zustand wären, hätte ich es längst ausgetauscht. Die des Öfteren empfohlene Alternative, internetbasiert mit einem Hotspot einzusteigen, kommt für mich nicht in Betracht, da ich genügend D-Star-Relais in der Nähe meines Standortes funkmäßig erreichen kann.

Am mmeisten erfreue ich mich zurzeit an der Betriebsart C4/FM. Zu diesem Zweck betreibe ich ein Yaesu-FTM-100, welches auch beim Scannen problemlos zwischen C4 und FM umschaltet und so die ganze Sache sehr komfortabel gestaltet. Entsprechende Multimode-Relais gibt es in Bochum und Dortmund und diese sind mit der 5-Element-Vertikal-Yagi für 70 cm problemlos zu errreichen. Diese reicht auch noch aus, um über DB0QH in FM dem sonntäglichen Rhein-Ruhrgebiet-Rundspruch zu lauschen. C4/FM gefällt mir auch besonders gut, weil die Funkgeräte vergleichsweise preiswert zu erwerben sind und den FM-Funk praxisgeecht mit erledigen können. Auch scheinen mir die Aktivitäten in C4 mit der Einführung des Pegasus-Projekts zugenommen zu haben.

Auf den UKW-Bändernbin ich natürlich auch in den klassischen Phonie-Betriebsarten tätig. Für SSB und auch FT8 stehtein alter solider Kenwood TS780 (2m und 70cm) zur Verfügung. Das Gerät funktioniert eigentlich immer, ha eine robuste Mechanik, und sollte es mal kaputt gehen, kann man es noch selbst reparieren.

Habe auch noch einen TS790 (Allmode 2m, 70cm und 23 cm),  der macht aber zurzeit Zicken. Auf 2m kommt keine Sendeleistung mehr heraus (nein, Treiber und PA sind ok). Muss wohl irgendwo in der Signalumschaktung ein Defekt sein. Auf 23 cm kamen in der Anzeige nur noch Pünktchen und ansonsten keine Funktion, nach dem Zerlegen, Steckverbinder andrücken und gutem Zureden funktioniert 23 cm oberhalb von 1240,500 MHz wieder. Wer einmal die Speicherbatterie in dieser Kiste gewechselt hat, weiß, was jeder Eingriff für eine Mega-Aktion ist. Das Gerät (E) hatte ich auf die US-Version (A) umgebaut, um an den CTCSS-Encoder zu kommen, den man heute oft benötigt. Einen bei Ebay erhältlichen Tonruf 1750 Hz, den es inder US-Version nicht gibt, wurde nachgerüstet und mit PTT auf die Taste 1200 Alt gelegt. Bei meinen Instandsetzungsversuchen hatte ich auch das Eprom ausgelesen und festgestellt, dass der Vorbesitzer es offensichtlich schon modifiziert hat. Ein von mir aus dem Netz heruntergeladenes "Orginal"-Eprom (.dat) hatte aber nicht die 28 MHz Ablage, die man hier auf 23 cm braucht. Also habe ich das Gerät wieder vorsichtig zugeschraubt, ebenso vorsichtig in die Ecke gestellt und verwende es jetzt für 23 cm SSB oder FM-Relaisfunk. Auf 70 cm ginge es aber auch noch, auf 2m nur hörenderweise.

Aus den 90ern des vergangenen Jahrhunderts hat sich in meinem Shack noch eine 2m/70cm/23cm Hanfunke namens ICOM -IC-Delta-1E in das Hier und Jetzt herübergerettet. Dieses Gerät zeichnet sich unter Anderem dadurch aus, dass die eingelötete Speicherbatterie ruck-zuck leer ist und dass bei leerer Speicherbatterie und beim Wegfall der externen 12V oder leeren Akkus das Ding abstürzt und die Speicherinhalte gelöscht werden. Unter Vermeidung der orginalen 12-Volt-Buchse versorgen die Akkus nunmehr ständig den Prozessor und Speicher und werden extern geladen, ohne dass man die Akkus herausnehmen muss. Leider hat das Gerät keinen CTCSS-Encoder, was aber auf 23 cm zu verschmerzen ist.

An der Rundstralantenne auf dem Balkon wird schließlich noch ein 2m/70cm-FM-Mobilfunkgerät Retevis RT95 betrieben. Dieses Gerät ist sehr preiswert zu haben, lässt sich bequem individuell programmieren und somit angenehm bedienen, ganz im Gegensatz zu einem ähnlichen Gerät eines anderen chinesischen Herstellers, was ich vor einigen Jahren gekauft habe. Offensichtlich haben die Chinesen deutlich dazugelernt.

 

 

 

 

 

 

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